🧫 Kombucha – Der Teepilz mit Tradition
Was ist Kombucha?
Kombucha, auch „Scoby“ genannt, ist ein fermentiertes Teegetränk mit jahrhundertealter Tradition. Der Begriff „SCOBY“ stammt aus dem Englischen und steht für:
Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast
Deutsch: Symbiotische Kolonie aus Bakterien und Hefen
Der Kombucha-„Pilz“ ist keine Pflanze, sondern eine gallertartige Masse, bestehend aus einer Vielzahl lebendiger Mikroorganismen. Diese Mikroorganismen wandeln gezuckerten Tee durch Fermentation in ein erfrischendes, probiotisches Getränk um.

Zusammensetzung des Kombucha-SCOBY
Je nach Herkunftsregion und Pflege unterscheiden sich die enthaltenen Mikroorganismen leicht. Typische Bestandteile sind:
Bakterien:
- Acetobacter xylinum, xylinoides, Gluconobacter oxydans, Gluconoacetobacter
Hefen:
- Saccharomyces cerevisiae (Backhefe)
- S. ludwigii, S. apiculatus
Organische Säuren:
- Glucuronsäure, Gluconsäure, Milchsäure (rechtsdrehend), Essigsäure, Weinsäure, Folsäure, Oxalsäure, Usninsäure, u. a.
Vitamine:
- B-Komplex (B1, B2, B3, B6, B12)
- Vitamin C, D, E, K
Mineralstoffe:
- Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Zink, Kupfer, Natrium, Kobalt, Mangan u. a.
Weitere Bestandteile:
- Aminosäuren, Enzyme (z. B. Amylase, Invertase, Saccharase), Gerbstoffe, Spurenelemente, Kohlensäure und geringe Mengen Alkohol
Welcher Zucker eignet sich für Kombucha?
| Zuckersorte | Beschreibung | Eignung |
|---|---|---|
| Weißer Kristallzucker | Raffiniert, mineralstoffarm | Sehr gut geeignet |
| Bio-Rohrzucker | Milder, leicht mineralisch | Ideal (Favorit) |
| Brauner Rohrzucker | Enthält Melasse – vitaminreich, hefelastig | Gut, aber weniger stabil |
| Honig (für JUN-Kombucha) | Natürlich, nährstoffreich | Nur mit JUN-SCOBY verwenden |
| Agavensirup, Ahornsirup | Sehr nährstoffreich, schwer verdaulich für SCOBY | Nicht empfohlen |
| Süßstoffe (Stevia, Xylit) | Nicht fermentierbar | Ungeeignet |
| Melasse, Zuckerrübensirup | Zu intensiv, schwer kontrollierbar | Nicht empfehlenswert |
Schimmel beim Kombucha: Erkennen & Vermeiden
Achtung: Nur an der Oberfläche wachsender Pelz mit grünlich-weißer Färbung ist Schimmel. Alles unterhalb des SCOBY ist meist harmlos.
Was tun bei Schimmel?
- SCOBY und Kombucha sofort entsorgen
- Gefäss und Utensilien gründlich reinigen
- Neu starten mit frischem Ansatz

Schimmelvermeidung – 10 Tipps:
- Kein Rauchen oder Räucherstäbchen in der Nähe
- Frische Luft – Gärraum regelmäßig lüften
- Atmungsaktive, dichte Stoffabdeckung
- Keine Fruchtfliegen – Stoff regelmäßig prüfen
- Alles sauber halten (inkl. Hände, Utensilien)
- Tee immer abkühlen lassen vor Zugabe des SCOBY
- Ideale Temperatur: 21–28 °C, keine Schwankungen
- Genügend Starterflüssigkeit verwenden
- Pflanzen und verdorbene Früchte fernhalten
- Nur hochwertiger, pestizidfreier Tee und Zucker

Warum sinkt oder schwimmt der SCOBY?
Das Verhalten des SCOBY im Glas ist unvorhersehbar: Er kann schwimmen, sinken, schräg liegen oder Blasen bilden – alles völlig normal. Ein neuer SCOBY bildet sich meist an der Oberfläche.
🥛 Milchkefir – Das prickelnde Milchferment
Was ist Milchkefir?
Milchkefir entsteht durch die Fermentation von Milch mithilfe sogenannter Kefirknollen – lebende Symbiosen aus Milchsäurebakterien und Hefen. Sie verwandeln Milch in ein leicht prickelndes, probiotisches Getränk mit zartem Hefearoma.

Laktoseverträglichkeit
Echter Milchkefir ist nahezu laktosefrei, da die enthaltenen Mikroorganismen die Laktose während der Fermentation fast vollständig abbauen. Daher auch für viele laktoseintolerante Menschen gut verträglich.
Inhaltsstoffe (nach 24–36 Stunden Fermentation)
- 90 % Wasser
- 3 % Protein (vorverdaut/hydrolysiert)
- 6 % Zucker und Abbauprodukte
- 0,5–1 % Alkohol
- 1 % Milchsäure
- 0,3 % Essigsäure
- 0,2 % Kohlensäure
Vitamine und Mineralstoffe:
- B-Komplex, Vitamin C
- Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Phosphor, Kupfer, Mangan, Molybdän, Kobalt
Geeignete Milchsorten
| Milchart | Eigenschaft |
|---|---|
| Kuhmilch (3,5 % Fett) | Klassiker, cremig und mild |
| Ziegenmilch | Dünner, leichter Geschmack |
| Schafmilch | Proteinreich, besonders cremig |
| Kamelmilch | Nährstoffreich, wenig Erfahrungswerte |
| Laktosefreie Milch | Nicht geeignet (meist ultra-pasteurisiert) |
Pflanzenmilch (z. B. Kokos):
Nur bedingt geeignet. Kefirknollen müssen regelmäßig mit echter Milch „revitalisiert“ werden (alle 2–3 Tage).
Haltbarkeit Milchkefir
Tipp: Nach längerer Pause 1–2 Fermentationszyklen einplanen, bis der Kefir wieder vollständig aktiv istht.
Fertiges Getränk: Bis zu 1 Woche im Kühlschrank
Kefirknollen: Wochenlang im Kühlschrank lagerfähig (Ruhephase)
💧 Wasserkefir – Die spritzige Alternative
Was ist Wasserkefir?
Wasserkefir entsteht durch Fermentation von Zuckerwasser mit sogenannten Kefirkristallen – kleinen, gallertartigen Kügelchen, die lebendige Mikroorganismen enthalten. Meist werden auch Trockenfrüchte zur Nährstoffanreicherung zugegeben.

Mikroflora im Wasserkefir
Bakterien:
- Lactobacillus brevis, casei, hilgardii, hordei, nagelii
- Acetobacter fabarum, orientalis
- Streptococcus lactis, thermophilus
Hefen:
- Saccharomyces cerevisiae, S. boulardii
- Lachancea fermentati, Zygotorulaspora florentina
Haltbarkeit Wasserkefir
Je länger gelagert, desto saurer das Getränk durch fortgesetzte Fermentation Wochen im Kühlschrank gelagert werden kann, bevor er getrunken wird.
Fertiger Wasserkefir: 1–2 Wochen im Kühlschrank haltbar
Kefirkristalle: Kühl gelagert in Zuckerwasser mehrere Wochen lebensfähig
✨ Fazit
Egal ob Kombucha, Milch- oder Wasserkefir – alle drei Fermente bieten eine natürliche Quelle lebendiger Mikroorganismen, wertvoller Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme. Sie unterstützen die Darmflora, fördern die Verdauung und sorgen für mehr Wohlbefinden – auf natürliche Weise.
Viel Freude beim Experimentieren, Fermentieren und Geniessen!
